Neustadt: Kath. Kirche St. Karl Borromäus

Zum Kirchenbau:

Im Jahr 1821 finden Verhandlungen zwischen den Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, dem Bischöflichen Ordinariat zu Mainz und der Groß-herzoglich-Hessischen Regierung über die Errichtung einer katholischen Pfarr-kuratie für die Grafschaft Breuberg in Neustadt statt. Das gottesdienstliche Lokal soll die Kapelle in der Burg Breuberg sein; dem Pfarrkuratoren sollen die Rechte eines Pfarrverwalters zustehen; außer den Ortschaften der Herrschaft Breuberg sollen auch das Amt König und das Wamboldische Dorf Hetschbach zur Pfarrei gehören. Per Dekret vom 10. März 1821 wird auf fürstliche Präsentation der Kaplan zu Miltenberg Dr. Würschmitt ernannt und sein Nachfolger Anton Saalig am 5. März 1825.

Mit Bedauern stellen die Katholiken fest, dass sie keine Kirche im Ort haben und der Gottesdienst in der eine viertel Stunde entfernten Burg Breuberg stattfindet. Pfarrer Pauli richtet 1837 sein ganzes Augenmerk auf die Erbauung einer Kirche in Neustadt und lässt eine Bittschrift drucken. In dieser macht er auf den so beschwerlichen Weg für die Katholiken in der Pfarrkuratie aufmerksam, die durch den weiten Weg bereits ermüdet seien und zuletzt noch den hohen Breuberg ersteigen müssen, um in die kleine Kapelle zu gelangen.

Pfarrer Pauli sammelt mit seiner Schrift in der Umgebung Geld für den Bau einer Kirche. Am 11. Mai wird eine Kollekte durchgeführt, die 428 Gulden einbringt. Zu dieser Summe legt die Fürstin Sophie von Löwenstein noch einmal 400 Gulden. Das Geld wird dann als Kirchenbaufonds angelegt.

Es vergehen zehn Jahre bis es einen geeigneten Bauplatz gibt und die Pläne in Auftrag gegeben werden können. Der Kreisbaumeister war für diese zuständig, da es sich um ein öffentliches Gebäude handelt. Die Kirche wird 1849 errichtet.